Essbarer Park statt parkende Autos

Menschen sitzen an einem Tisch unter Obstbäumen

Obstbäume sind die Hauptdarsteller nach der Idee der Landschaftsarchitekten. © 1:1 Landskab

Bank vor blühenden Wiesenblumen

Grønttorvet-Park ist immens wichtiger Naherholungsraum für den gesamten Wohnbezirk. Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. © Malmos A/S / ZinCo

Obstbaum und Wiesenblumen vor Häuserkomplex

Die weiss blühende „Wilde Möhre“ und die blauen Blüten der „Gemeinen Wegwarte“ umsäumen hier den Apfelbaum, der bereits mit herrlichen Früchten lockt. © Malmos A/S / ZinCo

Spazierweg durch eine begrünte Wohnanlage mit Rasen, Obstbäumen und Wiese

Für die Bewohner ist der Park vor der Haustüre unschätzbar wertvoll. © Malmos A/S / ZinCo

Spazierweg durch eine begrünte Wohnanlage mit Rasen, Obstbäumen und Wiese

Gemächlich schlängeln sich die Spazierwege durch die Apfelbäume und die Pfeiler-Relikte der alten Markthallen. © Malmos A/S / ZinCo

Hängematte, umgeben von Obstbäumen und Wiese

Lust, einfach mal in die Hängematte zu liegen? © FB Gruppen A/S

Person liegt auf einer Grasfläche

Wie schön ist es, einfach mal ins Gras zu liegen. © FB Gruppen A/S

Obstbaumzweig vor Margariten-Wiese

Die kleinen Äpfelchen dürfen noch einige Zeit reifen bis zur Ernte. © Malmos A/S / ZinCo

Einfahrt in eine Tiefgarage

Glücklicherweise verschwinden alle parkenden Autos unter dem prachtvollen Grün. © Malmos A/S / ZinCo

Aufgebrachtes Substrat auf einer Baustelle

Stabile Bauweise: die FD 60 neo Elemente werden mit Zincolit® Plus verfüllt und mit dem Systemfilter SF abgedeckt. Darauf folgt die eigentliche Substratschicht für die Bepflanzung. © Malmos A/S / ZinCo

Baufahrzeug auf einer mit Substrat bedeckten Fläche

Baufahrzeuge können ohne Bedenken auf dem stabilen ZinCo Systemaufbau zum Einsatz kommen. © Malmos A/S / ZinCo

Grønttorvet-Park Kopenhagen, Dänemark

Am Standort des früheren Grossmarktes für Gemüse, Obst und Blumen mit dem Namen Grønttorvet im Stadtteil Valby, Kopenhagen, entsteht bis 2025 ein moderner Wohnbezirk mit rund 3000 gemischt genutzten Wohnungen, Läden, Cafés und Büroflächen. Grünes Herzstück ist der 23.000 m² grosse Grønttorvet-Park, unter dem sich eine rund 9000 m² grosse Tiefgarage verbirgt. 250 Obstbäume erinnern an die frühere Nutzung und schmecken den Bewohnern im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie dürfen von den Parkbesuchern abgeerntet werden. Weitläufige Rasenflächen zum Spielen und Picknicken, Raum für Erholung und Nachbarn treffen – all das ist unschätzbar wertvoll inmitten der sonst dichten Bebauung. In den multifunktionalen ZinCo Systemaufbau „Dachgarten“ sind übrigens die Betonpfeiler als Relikte der früheren Markthallen integriert und es scheint fast, als wolle das üppige Grün diese irgendwann überwuchern.

Der dänische Begriff „Grønttorvet“ heisst wörtlich übersetzt so viel wie „Grüner Platz“. Sehr treffend damals wie heute. Von 1958 bis 2016 war Grønttorvet im Stadtteil Valby der Marktplatz für Kopenhagens Floristen und Gemüsehändler, welcher täglich von Händlern aus über 2700 Einzelhandelsgeschäften besucht wurde. Weil dieser Standort zu klein geworden ist, findet der Markt seither in Høje Taastrup ausserhalb von Kopenhagen statt. Eine bedeutsame Aufgabe war es in der Folge, das frei gewordene Areal in Valby zu revitalisieren. Ein neuer, moderner Wohnbezirk sollte entstehen. Ein erklärtes Ziel dabei war, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Neubauwohnungen sollten auch für durchschnittliche Einkommen erschwinglich sein. Das ist hier gelungen mit nunmehr 3000 Wohnungen in einer Mischung aus Eigentums- und Mietwohnungen sowie Gemeinschaftswohnungen, Senioren- und Studentenwohnungen. Elementares Ziel war zugleich eine nachhaltige und lebenswerte Stadtgestaltung. Und dazu gehört in allererster Linie eine grüne Gebäudearchitektur sowie Grünflächen im direkten Wohnumfeld. Daher wurde von der Projektentwicklergruppe FB Gruppen A/S auch eine begrünte Tiefgaragenlösung favorisiert anstatt Parkhäuser in der Gegend zu bauen. So entstand bei der Transformation des historischen Grossmarktes in einen neuen, grünen Wohnbezirk der ganze 23.000 m² grosse Grønttorvet-Park als zentrales Herzstück und unschätzbar wertvoller Grünraum.

Gemeinsame Grünräume

Ausgehend vom zentralen Grønttorvet-Park findet sich gemeinschaftliches Grün ebenso in der Bebauung ringsherum: hier gibt es zum Eigenanbau nutzbare Grünflächen, Hochbeete und Gewächshäuser in Innenhöfen und auf Gebäudedächern sowie grüne Dachterrassen zur freien Nutzung. All diese kleinen Räume und Aktivitätsmöglichkeiten fördern nicht nur gesundes Wohnen, sondern auch die soziale Gemeinschaft der Bewohner aller Altersgruppen. Die Projektentwickler hatten darüber hinaus im Fokus, dass der Wohnbezirk alles Wichtige „direkt um die Ecke“ bietet. Kindertageseinrichtung, Einkaufsmöglichkeiten, Café, Restaurant und Kulturelles sind idealerweise zu Fuss und per Fahrrad erreichbar. Das dortige Verkehrskonzept baut auf öffentlichen Nahverkehr und lässt private PKWs in der Tiefgarage mit 383 Stellplätzen verschwinden. So entsteht sicherer und grüner Freiraum.

Sichtbare Erinnerung

Die Wohngebäude sind nach Blumen benannt, die hier einst verkauft wurden, wie Hortensien-Haus, Amaryllis-Haus oder Verbenen-Haus. Sichtbarer als diese Namensgebung sind die hohen Betonpfeiler und Streben im Park. Diese Relikte der früheren Markthalle wurden sorgfältig abgetragen und dann neu in die Parklandschaft integriert. An die historische Vergangenheit erinnern aber vor allen Dingen die Pflanzen selbst, all die Blumen, Kräuter, Gemüse, Beeren und Obstsorten, die in Hochbeeten, Dachgärten, Gewächshäusern und im Grønttorvet-Park wachsen, herrlich duften und schmecken. Das Konzept zu diesem „essbaren Park für alle“ stammt vom kreativen Landschaftsarchitekturbüro 1:1 Landskab. Der erfahrene Fachbetrieb Malmos A/S gestaltete die Umsetzung über einen Zeitraum von rund 5 Monaten.

Stabiler Begrünungsaufbau

Grundlage für die Begrünung der rund 9 000 m² grossen Tiefgaragendachfläche war eine 1 % geneigte bituminös abgedichtete Betondecke mit 20 mm Gussasphalt. Der ZinCo Systemaufbau „Dachgarten“ startete darauf mit der mechanisch hoch belastbaren Isolierschutzmatte ISM 50 und den vollflächig verlegten Drän- und Wasserspeicher-Elementen Floradrain® FD 60 neo. Die grossen Wasserspeichermulden dieser 60 mm hohen Elemente wurden mit dem Tonziegelsubstrat Zincolit® Plus verfüllt und damit die gewünschte Druckfestigkeit des Aufbaus erzielt. In den Elementen wird Niederschlagswasser gespeichert und etwaiger Überschuss über das unterseitige Kanalsystem sicher abgeleitet – selbst über grosse Entwässerungslängen. Damit die Dränfunktion nicht beeinträchtigt wird, folgt im Aufbau das Systemfilter SF als Abdeckung. Dies verhindert, dass Feinteile aus der darüberliegenden Substratschicht eingetragen werden. Interessanterweise ist zu erwähnen, dass für die rund 45 cm Untersubstrat sogar lokal verfügbares Material, nämlich Ziegelreste aus den früheren umliegenden Gebäuden, aufbereitet und mitverwendet wurde. Auf dieses folgten weitere rund 45 cm Systemerde „Dachgarten“. Dank des stabilen und daher auch mit schwerem Baugerät befahrbaren Systemaufbaus konnte sämtliches Substrat, insgesamt immerhin 4 200 m³, bequem per Radlader aufgebracht und verteilt werden.

Einfach mal spazieren und Äpfel pflücken

Die Parklandschaft, welche seitlich ebenerdig und völlig unsichtbar in den gewachsenen Boden übergeht, ist durchzogen von einem Netz aus sanft geschwungenen Spazierwegen. Für diese Belagsflächen folgte auf das vorhandene Untersubstrat eine entsprechend hohe Schottertragschicht mit weiteren 3-4 cm Splitt. Während auf einem Teil der Wege in diese Bettung Granitpflaster verlegt ist, blieb auf anderen Wegabschnitten der Splitt selbst als Oberflächenbelag in seiner natürlichen Optik bestehen.

Neben diesen 1000 m² Belagsfläche sind 8000 m² üppig grün gestaltet. Die weitläufigen Rasenflächen sind mit vorkultiviertem Rollrasen begrünt und in den Bereichen mit Wiesenblumen wurden diese als Samenaussaat ausgebracht. Dazu schafft die Gemeine Hainbuche (Carpinus betulus) als Heckenpflanze gewisse Abgrenzungen. Die eigentlichen Hauptdarsteller im Pflanzkonzept sind stattliche 250 Obstbäume – Äpfel, Birnen, Pflaumen – die von den Bewohnern und Parkbesuchern geerntet werden dürfen und sollen. Wichtig bei deren Pflanzung war ihre sichere Verankerung auf der Dachfläche. Dazu verlegte man entsprechende Stahlgitter auf den Floradrain®-Elementen und konnte daran die Wurzelballen mit Spannbändern sichern. Nach erfolgreicher Fertigstellung ist Malmos A/S auch für die weitere Pflege der gesamten Begrünung zuständig. Aktuell wird der Grønttorvet-Park übrigens weiter ausgebaut und soll auch eine Wasserfläche erhalten – für noch mehr Sinneserlebnisse und Abenteuer.

Mit Auszeichnung

Die Planer haben Grønttorvet auf einzigartige Weise gestaltet und seine historischen Wurzeln bewahrt. Die originelle Idee des essbaren Parks dient dem leiblichen Wohl und natürlich auch dem seelischen Wohlbefinden aller Bewohner – Gross und Klein – die diesen Grünraum nutzen zum Spielen, Erholen, Picknicken, Treffen und Spass haben.

Für dieses tolle Beispiel, wie grünes Stadtleben aussehen kann, erhielt FB Gruppen A/S den Developer Award 2020. Diese Auszeichnung als Entwickler des Jahres ist eine von sieben Auszeichnungen für Unternehmen, die sich für nachhaltiges Bauen einsetzen. Im Rahmen des Building Awards wird sie von der dänischen Bauzeitung „Licitationen“ in Zusammenarbeit mit führenden Akteuren der Bauindustrie vergeben.

Autor: Heidrun Eckert, ZinCo GmbH

Bautafel

Bauprojekt: Tiefgaragenbegrünung Grønttorvet-Park, 2500 Valby, Dänemark

Baujahr: 2018

Dachflächen: ca. 9000 m²

Begrünungsaufbau: ZinCo Systemaufbau „Dachgarten“ mit Floradrain® FD 60 neo

Projektentwickler: FB Gruppen A/S, 2450 Kopenhagen, Dänemark

Landschaftsarchitekt: 1:1 Landskab, 2500 Valby, Dänemark

Ausführung Dach: Dansk Støbeasfalt, 4000 Roskilde, Dänemark

Ausführung Dachbegrünung: Malmos A/S, 4000 Roskilde, Dänemark

Systemlieferant: ZinCo Danmark A/S, 4000 Roskilde, Dänemark

Systemhersteller: ZinCo GmbH, 72622 Nürtingen, Deutschland

Weitere Informationen erhalten Sie bei: 

ZinCo AG
Dachbegrünungssysteme
Eystrasse 16
3422 Kirchberg BE

Tel. 062 389 01 60
E-Mail: info@zinco.ch