Fahrbeläge auf Dächern und Tiefgaragendecken

Fahrbeläge auf Dachflächen erfordern nicht nur einen tragfähigen Systemaufbau. Auch Kriterien wie die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion oder horizontale Lasten, die durch Bremsen, Lenken und Beschleunigen entstehen, müssen berücksichtigt werden. Die Wahl der richtigen Steindicke und Verlegeart stellt sicher, dass die Pflasterung in Ihrer Form erhalten bleibt.

Systemaufbau

    Systemaufbau Fahrbelag

      Bitte beachten Sie, dass eine exakte Zuordnung der Legende in dieser Druckdarstellung nicht für jeden Browser gewährleistet ist. Für präzisere Angaben empfehlen wir Ihnen die CAD-Grafiken im Planungsportal unter www.zinco.de/planungsportal.


      Lasten

      Radlast Wenn die Statik keine hohen Lasten erlaubt, werden viele befahrbare Dachflächen mit Hinweisen zur Lastbeschränkung versehen, wie z.B. max. zulässige Achslast oder LKW bis 3,5 t. Wenn solche Einschränkungen gemacht werden, kann der Systemaufbau unter Umständen auch „abgespeckt“ werden. Da Radlasten durch ihre relativ kleine Aufstandsfläche zu enorm hohen Punktlasten führen, ist auf eine ausreichende Lastverteilung zu achten. Dies kann z.B. mit lastverteilenden Platten oder durch ausreichend dicke Tragschichten geschehen.


      Randeinfassungen

      Randeinfassung Durch das Lenken, Bremsen und Beschleunigen auf Fahrbelägen können enorme horizontale Kräfte auftreten. Um diese horizontalen Lasten nicht in in die Dachabdichtung einzuleiten, sind gegebenenfalls Massnahmen wie z.B. das Verlegen von Gleitlagen erforderlich. Die Kräfte selbst sind durch stabile Randeinfassungen aufzunehmen. Diese müssen so ausgebildet werden, z.B. mit entsprechender Rückenstütze, dass weder der Belag selbst noch das Bettungsmaterial abrutschen kann. Wenn die Randeinfassung durch aufgehende Wände realisiert wird, ist es sehr wichtig, dass die Abdichtung an diesen Wänden mechanisch geschützt wird. Stabile Metallverwahrungen sind hier gut geeignet.

      Steindicke

      Pflasterstein Die Steindicke sollte den Belastungen entsprechend gewählt werden. Geringe Belastungen, wie z.B. reiner Personenverkehr haben nicht die Anforderungen an die Belagsstärke wie hohe Belastungen. Bei der Nutzung durch Pkw- und Lkw-Verkehr kann es durch rollende Belastung zu Verdrehungen kommen. Die Wahl einer grossen Steindicke ergibt eine grössere Stützfläche zwischen den Steinen, was einer Verdrehung stärker entgegenwirkt. Je geringer die Steindicke, desto grösser werden die Kantenpressungen auf der Unterseite der Steine. Bei einer grossen Steindicke werden die Kräfte in hohem Masse horizontal auf die umliegenden Steine verteilt und abgetragen. Die Pflasterung bleibt in ihrer Form erhalten.

      Verlegeart

      Verlegung von Pflasterflächen Die Verlegeart ist in erster Linie nach den Anforderungen des Planers oder Bauherren zu wählen, dabei ist je nach Belastung und Nutzung der Pflasterfläche nicht jede Verlegeart sinnvoll. Die Verlegung des Pflasters im Verbund verringert die Verformung des Belags und verbessert somit die Langlebigkeit. Eine gute Alternative ist die Diagonalverlegung des Pflasters. Durch diese Massnahmen kann eine grössere Fläche zur Lastabtragung herangezogen werden als bei der Verlegung quer zur Fahrtrichtung (Alle vier Seiten des Pflastersteins tragen zur Lastabtragung bei.). Ein Verlegen von grossformatigem Pflaster im Kreuzverband ist bei Fahrbelägen generell zu vermeiden, da diese Verlegerart die schlechteste Lastverteilung bietet.