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Ein Baustein gegen die Aufheizung unserer Städte: Klima-Gründach für maximale Verdunstung

Ein Baustein gegen die Aufheizung unserer Städte: Klima-Gründach für maximale Verdunstung

Pressebericht der ZinCo AG vom 20.02.17

Systemaufbau „Klima-Gründach“
Systemaufbau „Klima-Gründach“

Gewächshäuser und Pflanzbeete mit Versuchspflanzen
Die Pflanzengemeinschaft „Klima-Gründach“ wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und in Zusammenarbeit mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf entwickelt.

Extensive Dachbegrünung in der Stadt
Durch das Zusammenspiel von Bewässerung, Aquafleece und Substrat steht den Pflanzen immer genügend Wasser zur Verfügung, um ihre hohe Verdunstungsleistung zu entfalten.

Weitläufiger Dachgarten in der Großstadt
Gerade im städtischen Raum kann der Systemaufbau „Klima-Gründach“ für erhöhte Kühlung der Umgebungstemperatur sorgen.

Der innovative Dachbegrünungshersteller ZinCo entwickelte mit dem neuen Systemaufbau „Klima-Gründach“ einen richtungsweisenden Lösungsansatz, um der starken Aufheizung in dicht besiedelten Städten entgegenzuwirken. Das „Klima-Gründach“ weist aufgrund seiner Bauart mit Bewässerung und spezieller Bepflanzung eine extrem hohe Verdunstungsrate auf und sorgt damit  für eine aktive Kühlung der Umgebungstemperatur. So können ohnehin vorhandene Dachflächen als zusätzliche Grünflächen direkt genutzt werden und das Stadtklima positiv beeinflussen.

Zunehmende Versiegelung und Klimawandel bewirken, dass die Innenstädte durch Wärmestrahlung sehr viel mehr aufgeheizt werden als das Umland und dass die so entstehenden städtischen Wärmeinseln das Wohlbefinden der Menschen beeinträchtigen. Man spricht vom sogenannten Urban Heat Island Effect.

Der innovative Systemaufbau „Klima-Gründach“ ist nun auf eine maximale Verdunstung ausgelegt, welche – insbesondere in trockenen, heissen Perioden – aktiv zur Stadtklimatisierung beitragen kann. Erreicht wird diese sehr hohe Verdunstungsleistung durch eine speziell dafür entwickelte Pflanzengemeinschaft in Kombination mit einer bedarfsgerechten Bewässerung, die durchaus auch mittels Grauwasser erfolgen kann. Dies war die Massgabe bei der Entwicklung der Pflanzengemeinschaft, die im Rahmen eines Forschungsprojektes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt DBU und in Zusammenarbeit mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf realisiert wurde. Hier haben sich ausgewählte Euphorbia- und Hemerocallis-Arten (Wolfsmilchgewächse und Taglilien) als besonders geeignet herausgestellt, die jetzt neben Carex buchananii (Fuchsrote Segge) Bestandteil der Pflanzenliste sind.

Ausgeklügelter Systemaufbau

Kernelement des Systemaufbaus „Klima-Gründach“ ist das neue Aquafleece AF 300 in Kombination zum Beispiel mit Floraset® FS 50. Auf diesem Aquafleece werden im Abstand von etwa 50 cm Tropfschläuche mit Klettbändern befestigt. Bleiben natürliche Regenfälle aus, wird über eine automatische Steuerung bewässert. Das Wasser aus den Tropfschläuchen wird durch den zweischichtigen Aufbau des Aquafleeces AF 300 zuerst in der Fläche verteilt. Denn das unterseitige dichte Gewebe des Aquafleeces lässt Wasser erst dann durchtropfen, wenn das oberseitige Vlies flächig wassergesättigt ist. Durch eine pulsierende, also kurzzeitige Bewässerung in geringen Zeitabständen wird erreicht, dass kontinuierlich Wasser zur Verfügung steht. Dieses gelangt durch kapillaren Aufstieg in das darüberliegende Substrat und wird von den Pflanzen aktiv verdunstet. Damit können sie gerade in Trockenzeiten ihre hohe Verdunstungsleistung voll ausschöpfen.

Varianten zur Verbesserung des Stadtklimas

Ein ausgewachsener, gut mit Wasser versorgter Stadtbaum beispielsweise kann an einem heissen Sommertag bis zu 300–500 Liter verdunsten. Eine 100 m² grosse, klassische extensive Dachbegrünung kommt bei guter Wasserversorgung durchaus in dieselbe Grössenordnung; bei lang anhaltender Trockenheit schalten die Pflanzen, meist Sedum-Arten, aber in eine Art „Überlebensmodus“ und die Verdunstungsrate reduziert sich auf noch etwa ein Zehntel. Mit dem Systemaufbau „Klima-Gründach“ lässt sich die Verdunstungsrate auf etwa 700–1000 Liter pro Tag und 100 m² steigern und auch in Trockenperioden dauerhaft aufrecht erhalten.

Und dies nach äusserst kurzer Zeit, denn ein neu gepflanzter Baum braucht – neben dem Platz, auf dem er gepflanzt werden kann – viele Jahre bis er ausgewachsen ist und das Gründach hat nach ein, spätestens nach zwei Vegetationsperioden Flächendeckung erreicht und damit auch seine maximale Verdunstungsleistung.

Um die genannten Grössenangaben zur Verdunstungsleistung einordnen zu können, ist folgender Richtwert interessant: die Menge von 300 Liter pro Tag reicht aus, um das Luftvolumen eines Würfels von 100 m × 100 m × 100 m  um etwa 3–5 °C abzukühlen, je nach bereits enthaltener Luftfeuchte.  Selbstverständlich beeinflussen Faktoren wie zum Beispiel Gebäudehöhen, deren Anordnung in der Topographie, vorherrschende Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten, wie viel vom Kühlungseffekt in den jeweiligen Häuser-Schluchten zu fühlen ist. Generell sorgt eine erhöhte Verdunstung aber immer für eine grössere Kühlung im städtischen Raum.

Der Systemaufbau „Klima-Gründach“ eignet sich auf allen Dächern von 0° bis 5° Neigung sowie auf Umkehrdächern. So könnten ohnehin vorhandene Dachflächen in kürzester Zeit zusätzlich genutzt werden, um das Stadtklima zu verbessern.

Autor: Roland Appl, Technischer Leiter, ZinCo GmbH, Deutschland

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
ZinCo AG Dachbegrünungssysteme
Tel. 062 389 01 60
E-Mail: info@zinco.ch